Vor zehn Jahren übernahm Martin Wassink das Bestattungsunternehmen seines Vaters in Leer. Seitdem wurden er und seine Frau Ingrid Wassink nicht nur zu begeisterten Wegbereitern eines erfolgreichen, aufgeschlossenen Unternehmes, sondern auch zu liebevollen Eltern für Joost, Ineke und Enna.

BestattungsWelt: Wie kam es dazu, dass Sie vor zehn Jahren das Bestattungsunternehmen Ihres Vaters übernahmen?
Martin Wassink: Mein Vater war 82 und bearbeitete nur noch wenige Aufträge, als es für ihn Zeit war, das Unternehmen abzugeben. Ich kannte die Arbeit als Bestatter, da ich schon oft ausgeholfen hatte. Dass ich den Betrieb übernehmen würde, war aber nicht schon immer klar. Damals war ich im kaufmännischen Bereich bei einem Steinmetz tätig und beruflich nicht mehr zufrieden. Meine Frau gab mir dann den Anstoß, gemeinsam etwas Neues zu wagen.

BW: Martin Wassink Bestattungen konnte schnell wieder mehr Aufträge verzeichnen. Wie gelang dieser rasante Start?
Martin Wassink: Das lag an unserer jungen, frischen Art. Und wir hatten gute Werbung. Die Leute merkten, dass wir authentisch und offen mit dem Thema Tod umgehen und dabei sehr verbindlich und ordentlich arbeiten. Wir hatten eine Anzeige, auf der wir als Familie zu sehen waren. Das hat die Menschen angesprochen. Heutzutage präsentieren sich ja viele Bestatter auch mit Kindern, aber damals war das noch etwas Neues.

BW: Konnten Sie diesen anfänglichen Erfolg bis heute ausbauen?
Martin Wassink: Ja. Auf dem Land hat sich unsere Arbeit schnell rumgesprochen. Bis vor Kurzem hatten wir einen ganz einfachen Internetauftritt. Eigentlich nur ein Familienfoto mit einer kurzen Erklärung. Schon damit haben wir viele Menschen überzeugt, zu uns zu kommen. Unsere neue Internetseite konnte da aber noch mal nachlegen. Wir merken, dass auch die Aufträge aus dem städtischen Umfeld mehr werden. Das könnte auch daran liegen, dass wir inzwischen auf Facebook aktiv sind.

BW: Auf Ihrer Internetseite habe ich vom Haus Abendsonne und Haus Mondschein gelesen. Was verbirgt sich hinter diesen tollen Namen?
Martin Wassink: Im Haus Abendsonne befinden sich die Räumlichkeiten für die Versorgung der Verstorbenen. Dort besteht auch die Möglichkeit einer Aufbahrung in einem unserer Abschiedsräume und der Durchführung von Trauerfeiern. Das Haus Mondschein beherbergt unsere Sarg- und Urnenausstellung. Auch kleine Trauerfeiern finden im Haus Mondschein Platz. Beide Häuser haben wie ihre Namen atmosphärisch etwas zu bieten und stehen im dreizehn Kilometer entfernten Weener.

BW: Ihre Kinder sind neun, sieben und sechs Jahre alt. Sie haben also beinahe gleichzeitig Ihr Unternehmen und Ihre Familie aufgebaut. Wie funktioniert das?
Ingrid Wassink: Joost war am Anfang noch ganz klein. Damals habe ich ihn im Kinderwagen durch Leer geschoben und kurz beim Standesamt Halt gemacht, um Sterbeurkunden abzuholen. Ich konnte Mutter sein und gleichzeitig meinen Mann im kaufmännischen Bereich des Unternehmens unterstützen.

BW: Und wie sieht es mit gemeinsamer Freizeit für die Familie aus?
Martin Wassink: Inzwischen haben wir ein großes Team, auf das wir uns verlassen können. Es ist sehr entlastend, wenn nicht mehr der Chef alles machen muss. Seit drei Jahren fahren wir wieder ab und zu in den Urlaub. Das ist total wichtig für die Familie. Diesen Sommer wollen wir sogar richtig lange ausspannen.

BW: Ihr Team setzt sich aus Quereinsteigern zusammen. Wie kam es dazu?
Martin Wassink: Wichtig war uns, dass unsere Mitarbeiter den Job aus Leidenschaft machen, genau wie wir. Es geht darum, die Bestattung zu begleiten, nicht abzuwickeln. Unsere Mitarbeiter können zuhören und für andere da sein und darauf kommt es an. Offenheit und Freundlichkeit lernt man auf keiner Fachschule. Im Vorstellungsgespräch haben wir deswegen besonders auf die positive Ausstrahlung geachtet. Das ist ein wichtiger Grundstein, auf dem wir aufbauen können. Ein Mitarbeiter war vorher etwa beim Rettungsdienst tätig. Mit Menschen in extremen Situationen kann er einfach gut umgehen.

BW: Ihre Büro- und Beratungsräume befinden sich vorne in Ihrem Wohnhaus. Arbeit und Familie liegen somit nah beieinander. Was sagen Ihre Kinder zu Ihrem Beruf?
Ingrid Wassink: Wenn unsere Kinder etwa eine fertige Trauerkarte auf dem Tisch liegen sehen, fragen sie, wer gestorben ist. Wir geben ihnen altersgerechte Antworten und erklären ihnen, dass wir den Angehörigen durch die Trauer helfen. Und das finden sie dann auch gut. Es gab einmal eine Situation im Kindergarten, da haben sie gerade verschiedene Formen kennengelernt. Als dann ein Zylinder dran war, hat Joost sofort gesagt: „Ganz klar, das ist doch eine Urne!“ Da haben unsere drei als Bestatterkinder eben eine besondere Sichtweise.

BW: Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es wichtig, Aufgaben abzugeben. Inwiefern entlastet die Adelta Sie?
Martin Wassink: Die Adelta übernimmt das Debitorenmanagement für uns und sorgt für Zahlungssicherheit. Wir haben das Geld innerhalb von 48 Stunden auf dem Konto. Das ist wichtig, denn wir müssen Löhne zahlen und investieren im Moment auch kräftig. Mit der Adelta.BestattungsFinanz machen wir uns keine Sorgen mehr über Ausfälle. Vorher hatte ich mal einen Fall, dass ich gerichtlich eine Zahlung einfordern musste. Dann kam der Gerichtstermin und ich hatte gleichzeitig ein Trauergespräch angesetzt. Für solche Umstände haben wir einfach keine Zeit.

BW: Wie reagieren Ihre Kunden auf die Zusammenarbeit mit der Adelta?
Ingrid Wassink: Da hatte ich auch erst Bedenken. Aber in unseren Unterlagen steht jetzt ein Satz zu der Zusammenarbeit mit der Adelta. Damit vermitteln wir unseren Kunden, dass wir uns auf diese Weise viel besser auf die Dienstleistung konzentrieren können. Und so ist es ja auch. Bei Nachfragen kann ich das ganz einfach erklären, das überzeugt die Kunden eigentlich immer sofort. Und wenn jemand die Bestattungskosten nicht auf einen Schlag tragen kann, gibt es die Möglichkeit der Ratenzahlung durch die Adelta. Das ist für alle einfacher. Der Kontakt mit den Mitarbeitern der Adelta ist wirklich positiv. Fragen können wir unkompliziert und schnell besprechen.

BW: In den letzten zehn Jahren haben Sie viel bewegt. Wie soll es in Zukunft weitergehen?
Martin Wassink: Das nächste große Projekt ist die Auslagerung unseres Büros in ein anderes Objekt. Vor zwei Monaten haben wir zu dem Zweck ein Haus gekauft. Wir warten gerade darauf, dort einziehen zu können. Dann haben wir größere Räumlichkeiten zur Verfügung und können auch unsere Technik auf den neusten Stand bringen. Außerdem möchten wir Privates und Berufliches besser trennen können. Bei über 300 Sterbefällen im Jahr wird es doch manchmal etwas voll in unserem Familienhaus.

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