Die Beerdigung von Rudi Assauer

Von Herne über Dortmund nach Schalke – Rudi Assauer war ein echter Malocher aus dem Pott. Mit der Zigarre im Mund managte er den FC Schalke 04 und machte aus dem Abstiegskandidaten einen UEFA-Cup- und DFB-Pokalsieger. Am 6. Februar 2019 erlag er mit 74 Jahren in Herten den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung.

Rudolf „Rudi“ Assauer wurde am 30. April 1944 in Sulzbach-Altenwald geboren und wuchs im westfälischen Herten auf. Hier begann er schon früh mit dem Fußballspielen im örtlichen Club. Mit 14 Jahren beendete er seine Schullaufbahn und begann seine Ausbildung zum Stahlbauschlosser. 1964 wechselte er als Abwehrspieler zu Borussia Dortmund und gewann nur zwei Jahre später mit der Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger. Neben seiner fußballerischen Laufbahn absolvierte er noch eine zweite Ausbildung zum Bankkaufmann.

1970 ging er zu Werder Bremen, wo er 1976 ins Management wechselte – nach 307 Spielen in der Fußballbundesliga. Vom 15. Mai 1981 bis zum 4. Dezember 1986 war Assauer zum ersten Mal Manager beim FC Schalke 04, wurde jedoch entlassen. Er kehrte erst am 1. April 1993 nach Gelsenkirchen zurück und blieb dort bis 2006. Während seiner zweiten Amtszeit konnte er 1997 den UEFA-Pokal sowie 2001 und 2002 den DFB-Pokal mit dem FC Schalke 04 gewinnen. Ende des Jahres 2012 wurde seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich bekannt.

Trauerflor und Gedenkminuten im Stadion

Wenige Stunden nach Bekanntgabe des Todes von Rudi Assauer spielte der FC Schalke 04 im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Beide Mannschaften liefen mit Trauerflor auf und vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute. Ab dem 9. Februar 2019 lag ein Kondolenzbuch im Stadion aus. Auch sein ehemaliger Verein Borussia Dortmund startete sein Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am 9. Februar 2019 mit einer Schweigeminute und Trauerflor. Rudi Assauer war bis zu seinem Lebensende Mitglied bei Borussia Dortmund geblieben. 2010 bekam er unter anderem für seine 40-jährige Mitgliedschaft im Verein einen Stern auf dem BVB Walk of Fame.

Trauerfeier mit Live-Übertragung

Am 15. Februar 2019 fand um 11 Uhr in der Probsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer eine große Trauerfeier mit rund 1.200 Gästen statt. Sie wurde in der Veltins-Arena übertragen, wo rund 2.000 Fans zuschauen konnten.

Der Sender Sport1 übertrug Teile der Trauerfeier am Abend im Fernsehen. 800 Plätze in der Kirche wurden vom FC Schalke 04 an Fans verlost. Die restlichen Plätze nahmen neben Rudi Assauers Töchtern Bettina Michel und Katy Assauer auch seine ehemalige Lebensgefährtin Simone Thomalla mit ihrer Tochter Sophia sowie viele Bundesliga- und Fußballgrößen ein: Uli Hoeneß, Rudi Völler, Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke waren vor Ort, aber auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski. Der ehemalige Schalke-Trainer Huub Stevens sowie Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, hielten bewegende Reden.Nach der Messe wurde die Trauerfeier im Stadion fortgesetzt. Hier gab es für alle Besucher kostenloses Bier sowie Bratwurst. Der Ruhrkohle-Chor sang mit Gästen das Vereinslied vom FC Schalke 04 zum Gedenken an Rudi Assauer.

Beisetzung im FriedWald®

Die Beisetzung fand noch vor der öffentlichen Trauerfeier in einem FriedWald® unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In dem Wald in seiner Heimatstadt Herten soll er anonym begraben worden sein. Seit dem 10. Dezember 2019 heißt der Platz, auf dem die Veltins-Arena steht, offiziell Rudi-Assauer-Platz und ist postalisch unter der Adresse Rudi-Assauer-Platz 1 zu erreichen.

Text: Hans-Joachim Frenz
Foto: © Wikipedia

[BestattungsWelt, Ausgabe 01.2020]

Hans-Joachim Frenz

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