Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel erwartet in den nächsten Monaten eine deutliche Zunahme der Privatinsolvenzen. Die private Verschuldung steige besonders durch die anhaltende Corona-Krise.

Aktuell gelten laut der Wirtschaftsauskunftei etwa 6,8 Millionen Deutsche als überschuldet. Durch die Corona-Krise haben viele Soloselbstständige und Honorarkräfte aus verschiedenen Branchen von jetzt auf gleich kein Einkommen mehr. Crifbürgel erwartet für 2020 85.000 und für 2021 100.000 Privatinsolvenzen.

2019 waren es etwa 87.000. Den Höchststand erreichten die privaten Insolvenzen nach der Finanzkrise im Jahr 2010 mit 139.000 Insolvenzen, seitdem waren die Zahlen rückläufig.

Im ersten Halbjahr 2020 gab es rund 37.000 Privatinsolvenzen, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 8,4 Prozent. Doch gilt es zu beachten, dass gerade diese Statistiken immer die Vergangenheit abbilden.


Regionale Unterschiede – der Norden

Die nördlichen Bundesländer sind von privaten Insolvenzen stärker betroffen als der Süden Deutschlands. Laut Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel belegte das Land Bremen im ersten Halbjahr 2020 den ersten Platz und meldete 90 private Insolvenzen je 100.000 Einwohner. In Niedersachsen waren es im Schnitt 68 Fälle. Im gesamtdeutschen Durchschnitt gab es im ersten Halbjahr 47 Fälle pro 100.000 Einwohner. Beim Blick auf die absoluten Zahlen landete NRW vor Niedersachsen auf dem ersten Platz. Die wenigsten Fälle gab es in Bayern (30), Baden-Württemberg (35) und Thüringen (36).

In Bremen gab es eine Zunahme der Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr um 8,3 Prozent. Die Daten des Statistischen Landesamts Niedersachsen weisen einen Rückgang um 9,3 Prozent bei den Anträgen bei den zuständigen Gerichten aus. Der Grund darin könnte in den staatlichen Corona-Hilfen liegen. Die entsprechende Schuldenlast lag pro Kopf bei ca. 31.600 Euro.

Blick in den Süden

Auch die Schuldnerberatungen in Bayern erwarten ab Herbst einen großen Ansturm. Viele Bürger sind wegen Corona in Kurzarbeit, haben ihren Job verloren oder sind krank geworden. Eine finanzielle wie psychische Belastung. Kurzarbeit und – wenn vorhanden – Ersparnisse mildern die finanzielle Notlage zwar zunächst ab, können aber kein Dauerzustand sein. Schwierig wird es auch bei Menschen, die Kredite aufgenommen haben, denn oftmals lassen sich diese Zahlungsverpflichtungen nicht so einfach ändern oder reduzieren.

Viele Finanzexperten erwarten deshalb einen Ansturm auf Schuldnerberatungen.
Corona verschärft die bereits bestehenden Problemsituationen noch mehr. Schon jetzt merken Schuldnerberater einen Anstieg der Anfragen, besonders von Menschen aus der Mittelschicht, die gut situiert waren und ein gutes Einkommen hatten.

64 Millionen Euro Schulden bei 1.330 Privatinsolvenzen

Das Landesamt für Statistik gibt an, dass die Zahl der Privatinsolvenzen in Bayern in den vergangenen drei Monaten gestiegen ist. Im April 2020 gab es 270 Privatinsolvenz-Verfahren, im Juni waren es fast doppelt so viele – und Experten erwarten einen weiteren Anstieg. Zusammengerechnet belaufen sich die Schulden der in Privatinsolvenz geratenen Einwohner in Bayern auf mehr als 24 Millionen Euro (Stand Juni 2020). Im ersten Quartal 2020 gab es 1.330 Privatinsolvenz-Verfahren mit Forderungen in Höhe von mehr als 64 Millionen Euro.

Insgesamt sieht es durch die aktuelle Wirtschaftskrise also nach einem deutlichen Anstieg der privaten Verschuldung aus. Dadurch steigt auch der Bedarf an Schuldner- und Insolvenzberatungen. Diese sollten laut einer Aussage der Friedrich-Ebert-Stiftung dringend gestärkt werden.

Auswirkungen auf den Bestattungsmarkt

Natürlich wird dies auch entsprechende Auswirkungen auf die Bestattungsbranche haben:

• Ratenzahlungen nehmen zu
• Nachlassgerichte arbeiten langsamer
• Sozialbestattungen verzögern sich noch mehr als ohnehin schon

Die Regierung spannt einen Rettungsschirm nach dem anderen auf. Die ADELTA.FINANZ AG hat für die Bestattungsbranche bereits 2007 einen „Rettungsschirm“ entwickelt: die Premiumdienstleistung BestattungsFinanz. Unsere mehr als 600 Partner und deren Hinterbliebene kommen in den Genuss vieler Vorteile. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie helfen wir den Hinterbliebenen mit verlängerten Zahlungszielen bei Nachlass und Sozialbestattungen und setzen auch Ratenzahlungen für drei Monate aus.

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Text: Hans-Joachim Frenz
Foto: © ADELTA.FINANZ AG

[BestattungsWelt, Ausgabe 05.2020]

Hans-Joachim Frenz

Hans-Joachim Frenz

Leiter Gesamtvertrieb