Die BestattungsWelt im Gespräch mit Klaus Pflästerer, Vorstand und Geschäftsführer des 1. Weinheimer Bestattungsunternehmens e. G. in Weinheim

In der „Zwei-Burgen-Stadt“ Weinheim an der Badischen Bergstraße ist das 1. Weinheimer Bestattungsunternehmen ansässig. In der großen Kreisstadt zwischen Heidelberg und Mannheim hat sich den letzten 82 Jahren ein besonderes Bestattungsunternehmen entwickelt, das es in Baden-Württemberg in dieser Form kein zweites Mal gibt. Es wurde 1939 gegründet – als Genossenschaft mehrerer Schreinereibetriebe. Herr Klaus Pflästerer, Vorstand und Geschäftsführer des 1. Weinheimer Bestattungsunternehmens, wird uns hier einen Einblick in die Firmenhistorie, aber auch einen Ausblick auf die Zukunft des Unternehmens geben.

Herr Pflästerer, Sie sind Vorstand und Geschäftsführer einer Genossenschaft. Dieses Geschäftsmodell ist für die Bestattungsbranche eher ungewöhnlich. Erzählen Sie uns doch bitte ein paar Details aus der Historie des 1. Weinheimer Bestattungsunternehmens.

Die 1930er-Jahre wurden durch große Armut und soziale Ungerechtigkeit geprägt. Auf der einen Seite wollten die Schreiner hier in der Region für die geleistete Arbeit angemessen entlohnt werden. Und auf der anderen Seite wollte man den Menschen in der Region die Möglichkeit geben, ihre Angehörigen würdevoll und zu einem fairen Preis beizusetzen. So kam man auf den Gedanken, eine Genossenschaft zu gründen.

Und diese Genossenschaft hat dann die Beisetzungen organisiert und durchgeführt?
Nein, anfangs haben die Schreinereibetriebe nur die Särge über die Genossenschaft verkauft. Erst Anfang der 1960er-Jahre wurde aus dem 1. Weinheimer Bestattungsunternehmen ein „richtiges“ Bestattungshaus im heutigen Sinne. Soll heißen: Alle Dienstleistungen rund um die Bestattung wurden von uns übernommen.

Und warum hat sich dieses ungewöhnliche Geschäftsmodell einer Genossenschaft bis heute durchgesetzt?
Weil wir seit Jahrzehnten Sicherheit und Beständigkeit vermitteln und die Menschen uns vertrauen. Erklären Sie uns das bitte genauer. Wir arbeiten nicht gewinnorientiert, unsere Preise sind fair und nachvollziehbar. Wir unterliegen den Regeln des Genossenschaftsgesetzes und werden alle zwei Jahre bilanziell geprüft. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir auch in Zukunft bestehen werden. Wenn ich eines Tages in Rente gehe, wird es einen neuen Geschäftsführer geben, der das Unternehmen weiter im Sinne der Satzung führt. Das ergibt sehr viel Planungssicherheit bei den Bestattungsvorsorgen, die ja in der heutigen Zeit immer häufiger abgeschlossen werden.

Wie läuft so ein Gespräch zur Bestattungsvorsorge?
Sehr unterschiedlich. Es gibt wenige Menschen, die klar und ohne Berührungsängste über den eigenen Tod sprechen können. Bei den meisten Kunden braucht es viel Einfühlungsvermögen, um die Situation zu entspannen. Und der Umfang der festzulegenden Details ist sehr unterschiedlich. Was aber auffällt, ist die Erleichterung, die zu spüren ist, wenn alles unter Dach und Fach ist.

Sie sind gelernter Bankkaufmann. Warum sind Sie Bestatter geworden?
Mein Vater und Großvater waren als Schreinermeister in dieser Genossenschaft bereits aktiv engagiert. Ich bin sozusagen in das Geschäft hineingeboren und damit groß geworden. Aber als junger Mann wollte ich mal sehen, was die Welt sonst noch so zu bieten hat. Also habe ich zunächst etwas anderes gemacht und bin dann 1994 hier als Geschäftsführer eingestiegen. Mich hat schon immer die Vielfältigkeit dieses Berufes begeistert – und über die Jahre hat sich die Bestattungskultur stark weiterentwickelt, was wir sehr begrüßen und unterstützen. Jeder Tag ist anders und jede Beisetzung stellt neue Herausforderungen an mein Team und mich.

Wie würden Sie ihr Team beschreiben?
Einfühlsam und offen. Wir versuchen jeden Tag, den Hinterbliebenen eine gute Erinnerung zu schaffen, die sie in ihrer Trauer begleitet und ihnen helfen kann, das Geschehene besser zu verarbeiten.

Worauf legen Sie dabei besonderen Wert?
Uns ist es wichtig, dass wir für jeden Wunsch ein offenes Ohr haben. Dass wir für jedes Budget die passende Lösung finden und wir vor, während und nach der Beisetzung immer ansprechbar für die Belange der Angehörigen sind. Und ein anderer wichtiger Punkt ist der Respekt vor dem gelebten Leben des Verstorbenen – und ein würdevoller Umgang. Sie sind seit einem Jahr Kunde der ADELTA.FINANZ AG.

Was hat Sie dazu bewogen, den Zahlungsverkehr auszulagern?
Wir hatten bisher nie große Zahlungsausfälle oder Rückstände verbuchen müssen, weil die gesamte Buchhaltung durch unsere beiden Bürokräfte mit größter Sorgfalt verwaltet wurde. Nachdem eine Mitarbeiterin jedoch vor einiger Zeit in Rente ging, haben wir bemerkt, wie groß der Zeitaufwand für die Regelung des Zahlungsverkehrs ist: Es müssen Mahnungen geschrieben werden, manche Vorgänge müssen sogar einem Anwalt übergeben werden, Übersichten müssen aktualisiert und gepflegt werden etc. Diesen Bereich wollten wir in zuverlässige Hände abgeben. Mit der ADELTA haben wir hier einen erfahrenen Partner gefunden, der uns entlastet. Wir haben wieder Zeit, uns auf das Wesentliche unserer Arbeit zu konzentrieren: die Betreuung der Hinterbliebenen und die Organisation der Bestattung.

Gibt es neben der Zeitersparnis noch weitere Vorteile für sie?
Oh ja. Heute gibt es für uns kein Ausfallrisiko und keine Außenstände mehr. Jede Rechnung, die von ADELTA angenommen wird, ist innerhalb der nächsten Tage bezahlt. Das gibt uns ein hohes Maß an Sicherheit und Liquidität.

Und wie haben Ihre Kunden reagiert?
Die Bezahlung der Rechnung erfolgt ja nun nicht mehr direkt an Sie, sondern an die ADELTA.

Gab es da Reaktionen?
Nein, überhaupt nicht. Das ist doch heute nichts Besonderes mehr. Sie zahlen Ihre Zahnarztrechnung auch nur noch selten an Ihren Zahnarzt persönlich.

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Unternehmen alles Gute für die Zukunft!

Text: Stefanie Nerge
Fotos: Michael Callies

[BestattungsWelt, Ausgabe 01.2021]