Bestattungskultur in Andernach im 21. Jahrhundert. Die BestattungsWelt im Gespräch mit Udo Passek, Inhaber von Udo Passek Bestattungen aus Andernach.

Wenn man auf die 100-jährige Firmentradition von Udo Passek Bestattungen zurückblickt, erkennt man sehr schnell, dass sich das Berufsbild des Bestatters in Laufe der Geschichte sehr gewandelt hat. Im Falle von Udo Passek Bestattungen fing alles 1920 mit einem Speditionsunternehmen an. Johann Elzer, der Schwiegervater von Josef Passek, übernahm damals die Überführungen für den ortsansässigen Schreiner und Bestatter Heinrich Bersch. Aus dieser Tätigkeit heraus entwickelte sich im späteren Verlauf das heutige Bestattungsunternehmen. Die BestattungsWelt spricht heute mit dem Inhaber Udo Passek über seine interessante Familienchronik.

Herr Passek, erzählen Sie uns etwas aus Ihrer Firmenchronik. Wie wurde ihr Unternehmen zu dem was es heute ist?
Wir haben uns aus einem klassischen Speditionsunternehmen entwickelt. In den 1920er-Jahren übernahm der spätere Schwiegervater meines Großonkels Josef Passek Überführungen für Heinrich Bersch Bestattungen hier in Andernach. Bis 1964 hat mein Großonkel als Spediteur diese Aufgabe weiter wahrgenommen. Im Oktober 1969 gründete dann Hans Passek, ein Neffe meines Großonkels, das Bestattungsinstitut Hans Passek. Mit der Gründung des Unternehmens veränderte sich das Arbeitsfeld von Grund auf. Alle bei einem Sterbefall anfallenden Aufgaben wurden von nun an von ihm übernommen, wie z. B. Terminabsprachen, die Beratung der Angehörigen, Formalitäten, Abmeldungen und Beurkundungen sowie die Beschaffung aller für die Beisetzung, Überführung, ggf. Einäscherung oder für die Seebestattung erforderlichen Dokumente. Hans Passek führte das Unternehmen 38 Jahre lang. 2002 übernahm ich dann das Ruder. 

Das sind jetzt auch schon 19 Jahre. Was hat sich in Ihrem Unternehmen seither verändert?
Wir haben einiges verändert und unser Dienstleistungsangebot erweitert. Wir erledigen den gesamten Trauerdruck nun intern in unseren Büroräumen, was ein großer Vorteil für unsere Kunden ist, da wir viel flexibler und schneller sind. Wir haben unseren Fuhrpark erweitert, damit wir bei Abholungen entsprechend und zeitnah reagieren können. Und was mir ein großes, persönliches Anliegen war: Ich habe die Dienstbekleidung eingeführt. Mir ist es sehr wichtig, dass wir nach außen ein einheitliches Erscheinungsbild zeigen und als Bestatter wahrgenommen werden. Darüber hinaus haben wir viel Zeit und Geld in die Erweiterung unseres Deko-Materials für Verabschiedungen und Trauerfeiern investiert. Und eine meiner besten Entscheidungen war, das Forderungsmanagement an einen Dienstleister zu übergeben und 2007 dann zu ADELTA.FINANZ AG zu wechseln. Wir waren also Kunde der ersten Stunde bei ADELTA.

Warum war das Ihre beste Entscheidung?Bevor ich das Unternehmen übernommen habe, habe ich oft miterlebt, dass es in manchen Monaten finanziell etwas knapp war, weil mein Onkel so viele Außenstände hatte, und das war etwas, was ich auf keinen Fall wollte. Ich war jung im Geschäft und brauchte Planungssicherheit – und die hat mir ADELTA gegeben.

Gibt es noch weitere Vorteile – außer der Liquidität?
Ja absolut! Da wäre zum einen die Zeitersparnis bei den Sozialamtsbestattungen. Die ADELTA.FINANZ AG übernimmt für mich die gesamte Abwicklung mit den Behörden und Ämtern. Und man darf nicht die Vorteile für meine Kunden vergessen. Da gibt es zunächst das erweiterte Zahlungsziel von 21 Tagen und darüber hinaus die Möglichkeit der Ratenzahlung von 3 bis 24 Monaten. Also ich kann sagen, die Zusammenarbeit ist ein Gewinn für alle Beteiligten.

Wollten Sie schon immer Bestatter werden?
Eigentlich schon, aber ich habe nach meiner Schulzeit erstmal eine Ausbildung zum Maler und Lackierer absolviert. Nach der Ausbildung war mir aber klar – ich werde Bestatter.

Warum?
Ich habe schon als Jugendlicher immer im Bestattungshaus ausgeholfen. Ich fand das alles immer sehr spannend, was mein Onkel den ganzen Tag zu tun hatte. Der Beruf des Bestatters ist so vielfältig, ich kenne keinen Beruf, der so abwechslungsreich ist. Ob es die hygienische Versorgung der Verstorbenen ist oder die wirklich sehr intensiven Gespräche mit den Hinterbliebenen. Auch das gesamte organisatorische Drumherum einer Beisetzung ist oft eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?
Das sind zwei Dinge: Mir und meinem Team ist es besonders wichtig, dass die Angehörigen Zeit und Ruhe für ihre Trauer haben, dass sie sich so wenig wie möglich um den organisatorischen Ablauf der Beisetzung kümmern müssen. Der Abschied sollte so individuell gestaltetet werden, wie das gelebte Leben des verstorbenen Menschen.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?
Ja, wir versuchen immer Bezug auf das Hobby oder den Beruf zu nehmen. Wir haben einmal einen Jäger beigesetzt, da haben wir ein Geweih freischwebend über dem Sarg montiert. Aber oft sind es eher die kleinen Gesten und Gegenstände, die eine Beisetzung sehr persönlich machen können.

Herr Passek, ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch. Bleiben Sie gesund und alles Gute.

www.bestattungshaus-passek.de

Text:  Stefanie Nerge
Foto: Udo Passek Bestattungen

[BestattungsWelt, Ausgabe 04.2021]

 
Hans-Joachim Frenz

Hans-Joachim Frenz

Leiter Gesamtvertrieb